Tuesday, February 07, 2006

Konzeption

An jedem ersten Sonntag im Monat stellt das Erste Autorentheater Berlin ein noch nicht uraufgeführtes Stück vor. Autor, Schauspieler und Regie erarbeiten gemeinsam eine Lesung, die mit einem Publikumsgespräch in Anwesenheit des Autors abgeschlossen wird. Eine Auswahl der vorgestellten Stücke wird zur Uraufführung kommen.

Im Zeitraum vom 18. Sept. 05 – 11. Dez. 05 fanden insgesamt acht Veranstaltungen an Sonntagen im Literaturhaus statt. Autoren, Schauspieler, Regisseure und Dramaturgen unterstützen seitdem aktiv das Autorentheater.

Das Erste Autorentheater Berlin setzt sich zum Ziel, eine Börse, ein Forum für unbekannte und bekannte Autoren zu sein und wird ausschließlich Uraufführungen produzieren.

Das Konzept sieht vor, dass Autor, Schauspiel, Regie, wie ein Netzwerk zusammenarbeiten. Die Autorin, der Autor erhält die Möglichkeit maßgeblich an der Entwicklung des eigenen Theatertextes beteiligt zu sein und wird bereits für die Vorbereitungs- und Probenzeit engagiert, nimmt also von Anfang an teil an den Arbeitsprozessen von Schauspiel, Regie, Dramaturgie, Bühne, Kostüm, Maske und Technik; erlebt, wie der Schauspieler die Rolle entwickelt, erfährt die konzeptionelle Sicht der Regie; stellt fest, wie durch Bühne und Kostüm, durch die Verwandlung von Darstellung und Raum, das geschriebene Theaterstück mit Leben erfüllt, sichtbar wird; nimmt aktiv an Veränderungen und Verbesserungen teil.

Ein solches Arbeiten setzt für die Autorin, den Autor voraus, offen zu sein, kritikfähig zu sein, Mut zu haben, Veränderungen des ursprünglichen Theatertextes zu zulassen und möglicherweise zu korrigieren.

Für die Schauspielerin, den Schauspieler bedeutet eine solche Arbeitsweise, über die eigene Rollenfindung hinaus, eine Gesamtsicht auf das Stück zu entwickeln und ins szenische Spiel umzusetzen.

Für die Regie bedeutet es, kein einseitig durchgesetztes Regiekonzept, sondern jede konzeptionelle Sicht von – Autor – Schauspiel – Regie – ist gleichberechtigt.

So wird die Zusammenarbeit von – Autor- Schauspiel – Regie – eine neue Qualität erreichen. Daraus ergeben sich für die Zukunft neue Perspektiven. Die Arbeit der Autorin, des Autors ändert sich im Laufe des Arbeitsprozesses, durch die Erfahrungen, die gemacht werden; im Wissen um Schauspieler und Theatergegebenheiten.